Brokkoli-Patent vom Europäischen Patentamt an Monsanto erteilt! – Das war erst der Anfang! JETZT HANDELN!

Brokkoli-Patent vom Europäischen Patentamt an Monsanto erteilt! – Das war erst der Anfang! JETZT HANDELN!

Nachdem die Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“ und die Bevölkerung Europas erst Ende September letzten Jahres feiern konnten, weil das Europäische Patentamt das sogenannte Tomatenpatent von Monsanto widerrief, ist seit dem 25. März diesen Jahres wieder Grabesstimmung, denn das EPA hat die umstrittenen Patente auf Tomaten und Brokkoli für zulässig erklärt. Der Horror ist wahr geworden.

Seit über zehn Jahren versucht Agrarmulti Monsanto, mehrere Brokkoli- und Tomatensorten in Europa patentieren zu lassen. Diese Sorten wurden nicht etwa gentechnisch verändert, denn Monsanto weiß, dass sich mit Gentechnik momentan in Europa kein Geld verdienen lässt. Deshalb suchte das Unternehmen nach anderen Wegen, die Rendite zu steigern und züchtete die Sorten konventionell – also durch Kreuzung und Selektion. Zwar sind laut der Rechtsprechung des EPA konventionelle Methoden zur Züchtung nicht patentierbar, die Produkte, also Pflanzen und Tiere, die durch die konventionelle Züchtung entstanden sind, aber schon!

So wird es also durch diese Gesetzeslücke möglich, dass althergebrachtes Wissen und natürliche Ressourcen von Biopiraten wie Monsanto gekapert werden und was uns seit tausenden Jahren frei zur Verfügung stand der nächsten Generation nicht mehr weitergegeben werden kann – oder nur gegen Lizenzgebühr.

Jeder Bauer, der in Zukunft Brokkoli oder Tomaten anbaut, die den patentierten gleichen, läuft Gefahr, an Monsanto Lizenzgebühren zahlen zu müssen, auch wenn er sein Saatgut selbst hergestellt oder bei einem anderen Hersteller gekauft hat oder die Pflanzen nur aufgrund der Wachstumsbedingungen (viel Sonne, viel Regen) ähnliche Werte oder Eigenschaften aufweisen. Er wird es also entweder ganz sein lassen oder gleich das Monsanto-Saatgut kaufen.

Dadurch steigen natürlich die Produktionskosten und die regionalen angepassten Sorten – die mit nur wenigen Spritzmittelanwendungen auskamen – sterben aus.

Die patentierten Hochertragssorten jedoch erfordern einen hohen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln. Eine Katastrophe für die Umwelt und unsere Gesundheit – aber eine Freude für die Konzerne, da sie doch auch Pestizide und Düngemittel herstellen und verkaufen.
Und nicht nur die Bauern sind betroffen, auch jeder Hersteller von Produkten, die auch nur Spuren solchen Brokkolis oder solcher Tomaten enthalten, man denke dabei nur an Tütensuppen, TK-Pizzen oder Gemüsebrühe.

Monsanto seiterseits erhält durch das Patent eine Monopolstellung und kann den Preis bestimmen. Den Preis eines Teils unserer Ernährung, den Preis für ein Lebensmittel, vielleicht bald gar den Preis für Leben an sich?

Ganz so weit hergeholt ist es nicht, denn auch Bayer und BASF mischen neben Monsanto mit. Laut einem Bericht von Keine Patente auf Saatgut! hat das EPA bereits 2400 Patente auf Pflanzen und 1400 Patente auf Tiere erteilt. Tausende weiterer Patenanträge sind eingereicht. 120 der erteilten Patente betreffen die konventionelle Züchtung.

Als nächstes stellt sich dann die Frage, wem die menschlichen Zellen gehören, die durch diese Produkte genährt wurden. Die Madison Company, die menschliche Zellen für Forschung und Wissenschaft herstellt und dabei mit Nestlé zusammenarbeitet, hat bereits ein US-Patent auf deren automatisierte Produktion.

Es geht also ans Eingemachte. Doch obwohl die deutsche Bundesregierung sich laut Koalitionsvertrag für ein europaweites Verbot der Patentierung von konventionell gezüchteten Pflanzen und Tieren einsetzen will, ist sie bislang untätig geblieben. Der zuständige Bundesjustizminister Heiko Maas sollte jetzt so rasch wie möglich eine Initiative im Verwaltungsrat des Europäischen Patentamtes starten.

Umwelt- und Erzeugerverbände sowie die Grünen fordern gesetzliche Regelungen auf nationaler und europäischer Ebene. Alle Parteien, die sich gegen Patente auf Tiere und Pflanzen ausgesprochen haben, müssen sich jetzt in Brüssel dafür einsetzen, dass Patente wie z.B. auf Brokkoli gar nicht mehr angenommen werden können.Denkbar wäre eventuell auch eine Klage gegen die Entscheidung, die der Bund oder auch einzelne Bundesländer vor dem EuGH einreichen könnten.

Die Koalition Keine Patente auf Saatgut! wird von Bionext (Niederlande), der Erklärung von Bern, GeneWatch UK, Greenpeace, Kein Patent auf Leben!, Misereor, Rete Semi Rurali (Italien), Réseau Semences Paysannes (Frankreich), Red de Semillas (Spanien), dem norwegischen Development Fund und Swissaid getragen und von mehreren Hundert Organisationen unterstützt. Hier den Einspruch gegen das „Patent auf geköpften Brokkoli“ von Monsanto unterschreiben:
http://no-patents-on-seeds.org/de/aktion/unterzeichnen/

Quellen & Links:
Brokkoli-Patent
Patent auf menschliche Zellen
Datenblatt des Europäischen Patentamts
Artikel von Genfood Nein Danke
SWR 2011 über das Brokkoli-Patent
Artikel über Monsanto vom Zentrum der Gesundheit

Spülgel – Nur solange der Rechtsstaat reicht.
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There are 15 comments for this article
  1. Doro at 21:45

    Ich frage mich, wer denn diesen ganzen widerlichen Dreck noch kaufen wird, wenn wir durch diesen Mist vergiftet worden sind….

    • Petra at 14:49

      Naja in dem Fall ist es ja nicht mal widerlicher Dreck-sondern herkömmlich gezüchteter Brokkoli. Nur gehört der plötzlich jmd. nämlich Monsato und nicht jeder darf ihn dann einfach mehr selbst züchten ohne das er Monsato was schuldet.

  2. Hansrudi at 18:44

    ..wenn irgend jemand mich anzeigen wird oder Geld verlangt für das im eigenen Garten angebaute Gemüse, dann wird Blut fliessen! versprochen!

    • Ben at 7:31

      Niemand kann angezeigt werden wenn er im eigenen Garten für den eigenverbrauch Gemüse anbaut. Patente schützen vor gewerblicher nutzung, und das auch nur für Maximal 15 Jahre bei Jährlich steigenden Patentgebüren. Du darfst mit Patenten machen was du willst solange es nicht gewerblich ist. Du könntest dir die Apple Patentschrift holen und dein eigenes Iphone zusammenbauen wenn du willst. Das ist der Vorteil von Patenten alles wird offen gelegt. Aber naja nix von dem Gebiet verstehen aber trotzdem schimpfen statt sich mal 5 minuten zu Informieren. Kennt man ja…….

  3. Bernhard Heinemann at 7:48

    Ja ist es soweit. Das haben wir von der Globalisierung,der Reichen. Danke Kohl Schröder und Merkel und Co. So schützten sie uns.

  4. MachMichKrieger at 19:58

    …was werden die „Penner“ denn nun machen wollen wenn ich die Evolution zum PATENt anmelde?
    einen genüsslichen Hirnriss
    CU

  5. Christina Böhm at 20:41

    Es kann so nicht weiter gehen.
    Wir MÜSSEN endlich auf die Straßen gehen und die „schlechten“ Politiker aus dem Land jagen.
    Gibt’s da vielleicht ein Gesetz?

  6. Juchem kh at 22:33

    Monsanto sollt eine Fahrkarte geschenkt werden. Ein Abschied für immer. Go Home Farewell and stay in your own world. It gives in Europe not peoples for searching this Rubish of busine
    ss. And so, farewell into your own hell.

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